Rundgang
Filialkirche Hl. Stephanus Fronau
Patrozinium: 26. Dezember

Der Kirchhof von Fronau

Einst zog sich um die Kirche von Fronau der alte Kirchhof (Friedhof) mit Beinhaus, auch Seelenkammer genannt, beide existieren nicht mehr. Heute öffnet sich ein schattiger Kirchplatz, daneben das Schulmuseum.

  Gotische Kirche zu Fronau

 Eine Besonderheit: Der relativ enge Altarraum von Fronau
 befindet sich im Untergeschoss des Turms, dieser bildet den
 ältesten Teil des Gotteshauses, wohl um 1140 errichtet.
 Es war die Zeit der Romanik, die etwa vom Jahre 1000
 bis 1250 anzusetzen ist.
 

Stephanus trägt seine Martersteine


Alle Holzfiguren auf den drei Altären in Fronau stammen aus der Zeit der Spätgotik, die zwischen 1400 und 1500 anzusetzen ist.

Am Auszug des Hochaltares thront der Kirchenpatron Stephanus. Er schürzt sein Gewand, die goldene Dalmatik, dabei birgt er Steine. Sie waren sein Marterwerkzeug, damit wurde er getötet. Sein Gedenktag ist der 26. Dezember. Der Patron Stephanus weist wie Martin immer auf ein besonders hohes Alter einer Kirche unserer Heimat hin. Stephanus wurde im Mittelalter gerne als Patron für Hauskapellen gewählt, was für eine Burgkirche von Schwärzenberg und als Hauskapelle der Ministerialen von Fronau zutreffen würde. 
 
  


Der Hochaltar zu Fronau

Saulus, der die grausame Hinrichtung des Diakon Stephanus anordnete, später zum hl. Paulus bekehrt, steht rechts. Seine Attribute als Völkerapostel sind Buch und Schwert.

links: die gelehrte Königstochter Katharina von Alexandrien. Sie wird mit dem zerbrochenen Rad dargestellt, weil das Rad, auf das man sie gebunden hatte, zerbrach. Daraufhin musste sie ein zweites Mal sterben: sie wurde enthauptet.
Im Mittelalter genoss die heilige Katharina hohe Verehrung. Sie galt als die Verkörperung der Weisheit, ist die Patronin der Schulen und, wegen des Rades (Spinnrad), Patronin der Hausfrauen.

Mutter Anna Selbdritt

Am rechten Seitenaltar ist eine so genannte Selbdritt-Darstellung mit den drei heiligen Generationen: die hl. Großmutter Anna mit ihrem Kind Maria. Die heilige Anna wiederum trägt ihren Enkel, das Jesuskind, diese Figur in den Händen Annas jedoch ist nicht mehr erhalten.
Der Annentag (26. Juli) ist der eigentliche Muttertag der Kirche, Jahrhunderte bevor man den modernen, aus Amerika stammenden Muttertag einführte.

Seitlich der hl. Abt Wendelin (links) und der hl. Leonhard (rechts). Sie sorgen für das kranke Tier. Im Zeitalter des Rationalismus geht die Verehrung der Bauernpatrone zurück, doch trotz aller Chemikalien: die Seuchen werden nicht weniger.
 
  Unsere liebe Frau von Fronau

 Am linken Seitenaltar von Fronau wird die wertvolle spätgotische Madonna als
 Himmelskönigin auf einer Mondsichel verehrt, darunter ein Kopf, erinnernd an den Sieg
 des Abendlandes über die Osmanen. Sie stürmten mehrmals gegen das christliche
 Abendland: 718 und 1453 umzingelten sie Konstantinopel, 1456 standen die Muslime
 vor Belgrad (zu dieser Zeit dürfte die Plastik entstanden sein), 1529 und 1685 wurde
 Wien belagert, 1571 siegte das Abendland in der Schlacht von Lepanto. Auf Mariens
 Fürbitte wurde das Christentum in Europa immer wieder gerettet.
Liebreiz der Gottesmutter

Linker Seitenaltar zu Fronau:

Die Holzfigur der Himmelskönigin umgibt ein seltener Liebreiz. Die fein gegliederten Hände und die zarten Gesichtszüge Mariens weisen hin auf fränkischen Einfluss unter Tilmann Riemenschneider (+ 1531).
 
   Aloisius und der böhmische Brückenpatron

Linker Seitenaltar zu Fronau:

Zu beiden Seiten der bedeutenden spätgotischen Madonna, jedoch freilich kleiner als die Königin der Heiligen dargestellt, stehen der hl. Alois (links) als Patron der Jugend und der hl. Johann Nepomuk aus Böhmen (rechts) als Patron einer guten
Beichte.


  Gotisches Tabernakelhäuschen

 Die gotische Sakramentsnische links vom Hochaltar in Fronau dient
 noch heute als Tabernakel für die Aufbewahrung der konsekrierten
 heiligen Hostien.
 Die außergewöhnlich gute Steinmetzarbeit ist äußerst sehenswert
 und für Landkirchen beachtlich. Das Antlitz Christi ist als Relief
 gemeißelt, darüber eine heraldische Lilie.
 
Epitaph der Landrichterfrau Katharina Beiml

An der Nordwand der Kirche zu Fronau befindet sich ein einmaliges Holzepitaph als Grabplatte. Es handelt sich um die Gedenktafel der Ehefrau des Hofmark- und Landrichters im Stil der Renaissance (1598). Eine Hofmark war die kleinste Herrschaftseinheit im alten Bayern, an deren Spitze der Grundherr stand, ausgestattet mit der niederen Gerichtsbarkeit.
 
  Auferstanden in Christus

 Das Hauptbild der Holztafel zeigt die zu Boden stürzenden Wächter beim Grab Jesu im
 Augenblick der Auferstehung. Die Erlösungstat Gottes möge auch für die Verstorbene
 Ehefrau Frucht für das ewige Leben bringen.
Die Familie des Landrichters

Im unteren Teil der Gedenktafel knien die Familienmitglieder des Hofmarkrichters in anbetender Haltung vor dem Osterereignis.

Die Grabinschrift lautet: Am heiligen Pfingstabend, den 3. Juni 1598, ist in Gott selig verschieden des ... Richters zu Kürnburg und zu Stahlfeld geliebte erste Hausfrau, die ehrbare und tugendhafte Frau Katharina Beiml, geborene Nadler ...

Beachtenswert ist die Mode der späten Renaissance um 1600, die bereits vom spanischen Hof beeinflusst war. Die bevorzugte Farbe für die Edelfrauen war schwarz. Man trug prächtige Halskrausen, Rüschen ebenso auch an den Ärmeln. Alle Gewandteile waren gesteift, auch die Achselwülste.
 
  Das Kleinod von Fronau ist der Kreuzweg

 Der Kreuzweg auf Hinterglasmalerei, der die Leidensgeschichte
 Jesu in 14 Stationen nachstellt, ist immerhin schon über 230
 Jahre alt, leider aber nicht mehr ganz vollständig. Die Glasbilder
 sind von unschätzbarem Wert und stammen aus dem Jahre
 1774, gefertigt in der Malerschule von Winklarn, also eine
 oberpfälzische, einheimische Malkunst. Typisch ist das sich über
 alle Stationen hinziehende leuchtende Zinnoberrot und das
 kräftige und intensive Blau der Farben. Im Bild die 11. und 12.
 Station.

Die geheimnisvollen Wappen von Fronau


Eine Besonderheit von Fronau bildet die Heraldik an der Kirchendecke. Von den 47 Wappen haben sich noch drei erhalten.

Heimatforscher beschäftigen sich noch immer mit der Herkunft der Wappen. Sind es Wappen Verwandter oder befreundeter Familien der Fronauer Ministerialen? Schließlich diente die Kirche zu Fronau den Schwärzenbergern als Burgkapelle, da auf der Ruine bis heute kein Sakralraum nachgewiesen werden konnte.
Andere Forscher vermuten, dass es sich um die Mitglieder einer adligen ritterständischen Widerstandsgruppe gegen den bayerischen Landesherrn handelte. Diese verarmten Ritter hatten sich zum sogenannten Löwenbund 1489 zusammengeschlossen, um ihre Rechte gegen die Reichsstädte durchzusetzen, was ihnen aber nicht gelang.
Der Löwenbund besaß Mitglieder in Bayern, besonders in der Oberpfalz, und lässt die Geschichte von Fronau lebendig werden: Seit 1329 (der Hausvertrag zu Pavia teile die Wittelsbacher Besitzungen auf) gehörte unsere Heimat zuerst zum pfälzischen Teilherzogtum, das später zur Kurpfalz aufstieg.

In der Reformationszeit wurde St. Stephan zu einem evangelisch-lutherischen, zeitweise sogar zu einem kalvinistischen Versammlungsraum zweckentfremdet.

1628 wurde unser Gebiet unter dem großen Kurfürst Maximilian I. von Bayern wieder dem katholischen Glauben zugeführt.Eine Besonderheit von Fronau bildet die Heraldik an der Kirchendecke. Von den 47 Wappen haben sich noch drei erhalten.


Heimatforscher beschäftigen sich noch immer mit der Herkunft der Wappen. Sind es Wappen Verwandter oder befreundeter Familien der Fronauer Ministerialen? Schließlich diente die Kirche zu Fronau den Schwärzenbergern als Burgkapelle, da auf der Ruine bis heute kein Sakralraum nachgewiesen werden konnte.

Andere Forscher vermuten, dass es sich um die Mitglieder einer adligen ritterständischen Widerstandsgruppe gegen den bayerischen Landesherrn handelte. Diese verarmten Ritter hatten sich zum sogenannten Löwenbund 1489 zusammengeschlossen, um ihre Rechte gegen die Reichsstädte durchzusetzen, was ihnen aber nicht gelang.

Der Löwenbund besaß Mitglieder in Bayern, besonders in der Oberpfalz, und lässt die Geschichte von Fronau lebendig werden: Seit 1329 (der Hausvertrag zu Pavia teile die Wittelsbacher Besitzungen auf) gehörte unsere Heimat zuerst zum pfälzischen Teilherzogtum, das später zur Kurpfalz aufstieg.

In der Reformationszeit wurde St. Stephan zu einem evangelisch-lutherischen, zeitweise sogar zu einem kalvinistischen Versammlungsraum zweckentfremdet
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1628 wurde unser Gebiet unter dem großen Kurfürst Maximilian I. von Bayern wieder dem katholischen Glauben zugeführt.


Burgruine Schwärzenberg (auch Schwarzenberg genannt)

Die Leser dieser Seite mögen diese Burg bitte nicht verwechseln, was leider oft geschieht, mit der Ruine Schwarzwihrberg (auch Schwarzenburg genannt) bei Rötz oder mit dem Schloss Schwarzeneck nordwestlich von Neunburg vorm Wald.

Schwärzenberg würde nicht in eine Pfarreibeschreibung aufgenommen, stünde sie nicht mit Fronau in engster Beziehung. Wohl einmalig ist, dass den Burgherren von Schwärzenberg die Kirche von Fronau als Burgkapelle diente, es war ein einstündiger Fußweg dorthin.

Hier zunächst der Lageplan der Ruine:Die Leser dieser Seite mögen diese Burg bitte nicht verwechseln, was leider oft geschieht, mit der Ruine Schwarzwihrberg (auch Schwarzenburg genannt) bei Rötz oder mit dem Schloss Schwarzeneck nordwestlich von Neunburg vorm Wald.

Schwärzenberg würde nicht in eine Pfarreibeschreibung aufgenommen, stünde sie nicht mit Fronau in engster Beziehung. Wohl einmalig ist, dass den Burgherren von Schwärzenberg die Kirche von Fronau als Burgkapelle diente, es war ein einstündiger Fußweg dorthin.

Hier zunächst der Lageplan der Ruine:



 

  Die imposante Burgruine Schwärzenberg versteckt sich inmitten eines ausgedehnten
 Waldgebietes und liegt 8 km nordöstlich von Neubäu in 556 Meter Höhe. Von allen
 Himmelsrichtungen kommend ist der Quarzfelsen, 100 Meter über dem Neubäuer Forst,
 erkennbar.


 Links befindet sich der Zugang. Deutlich ist der rosafarbene Quarzfelsen zu erkennen,
 auf dem die Anlage errichtet wurde.
Die eindrucksvolle Ruine Schwärzenberg erhebt sich auf einem steil aufragenden Quarzfelsen des Pfahls, einer geologischen Besonderheit.
Der Pfahl entstand, als zur Zeit der Gebirgsbildung das Granitmassiv Ostbayerns auf einer Länge von etwa 150 km auseinanderbrach und aus dem Erdinneren Quarzgestein hervorquoll und erkaltete. Da Quarz härter ist als die ihn umgebenden und rascher verwitternden Granitfelsen, bildet er markante Bodenerhebungen, auf denen gerne Burganlagen errichtet wurden.
Der Pfahl zieht sich schnurgerade von der Ruine Schwärzenberg in südöstlicher Richtung über die Ruine Weißenberg bei Regen nach Freyung bei Passau hin.
 
  Bekannte Burgbesitzer waren die Herren von Fronau, sie erhielten die Burg vom Bamberger Bischof geliehen.
Später besaßen die Burg die Zenger von der Burg Trausnitz bei Wernberg.
Schlussendlich verwüsteten die Schweden um 1630 die Anlage, seitdem ist sie eine stattliche Ruine in Staatsbesitz.
Von der Ruine Schwärzenberg sind uns zahlreichen Sagen überliefert. Böse Geister sollen in den Burgbrunnen verbannt worden sein, auch sagt man, Falschmünzer hätten auf der Burg ihr Unwesen getrieben.